Die Konfektionsformen

Moderne Betten werden heute fast immer als Steppbett ausgeführt.

Kunde: Gibt es wirklich so viele Konfektionsformen, wie man auf den ersten Blick meint?
Bettenfachmann: Nein. Grundsätzlich gibt es nur fünf Varianten: das Ballonbett oder Schüttbett als älteste Version des Federbetts, das 24-Stegebett, das Kammersteppbett, die Kassettendecke und die Dauneneinziehdecke.

Kunde: Bleibt bei modernen Betten die Füllung durch die Steppung dort, wo man sie braucht?
Bettenfachmann: Ja, mehr oder weniger. Aber das ist nicht der einzige Vorteil.

 

Das Steppbett mit 24 Stegen

Bettenfachmann: Bei Steppbetten mit 24 Stegen sind innen schmale Bänder eingenäht, abwechselnd in Quer- und Längsrichtung. Das bremst die Bewegungsmöglichkeit der Federn und ergibt die flache Form, die sich gleichmäßig an den Körper anschmiegt.
Kunde: Und wenn diese Betten das Zeichen „Karo Step“ tragen?
Bettenfachmann: Die Betten sind genauso verarbeitet. Das Zeichen ist nur der Hinweis, dass es sich beim Inlett oder bei den Einschütten um Gewebe aus deutscher Fertigung handelt.
Kunde: Aber die Füllung rutscht bei dieser Konfektionsform eben immer noch ein wenig.
Bettenfachmann: Ja, das ist bei anderen Stepparten besser gelöst.
 

Das Kammersteppbett

Bettenfachmann: Kammersteppbetten haben je nach Anforderung auf Wärmehaltung 4 bis 8 Kammern, die das Bett quer in abgeschlossene Kammern teilen. Innerhalb der Kammern befinden sich Stege, welche die Kammern nicht vollständig teilen. Somit wird die Füllung weitgehend am Verrutschen gehindert, lässt sich aber bei Bedarf verschieben.
Kunde: Kann ich mir die gewünschte Wärmehaltung selber einstellen und somit das Bett das ganze Jahr über nutzen?
Bettenfachmann: Ja und nein, das Verschieben macht nur in einem bestimmten Bereich Sinn. Aufgrund der Steghöhe und der Füllmenge wird zwischen Betten für sehr kalte Schlafräume unter 12°C, normale Winterbetten für Temperaturbereiche bis max. 18°C, Übergangsbetten und Sommerbetten unterschieden.
Kunde: Was raten Sie mir, wenn ich unsicher bin in Bezug auf die für mich notwendige Wärmehaltung?
Bettenfachmann: Kammersteppbetten können ganz individuell befüllt werden. Veränderungen der Füllmenge zu einem späteren Zeitpunkt sind problemlos möglich und schnell erledigt. Um Schwitzen und dadurch unkontrolliertes Aufdecken zu vermeiden, ist am Anfang die minimal notwendige Füllmenge sinnvoll. Diese Betten können auch asymmetrisch gefüllt werden. Wer unter kalten Füßen leidet, bekommt in den unteren Kammern etwas mehr Füllung als oben.
 

Die Kassettendecke mit Innenstegen

Bettenfachmann: Im Trend zu immer mehr Schlafkomfort wurde die Kassettendecke entwickelt. Ihre eingenähten Innenstege lösen zweierlei Anforderungen.
Erstens: Die Fixierung der Füllung ist optimal.
Zweitens: Es gibt keine Kältezonen (genauso wie bei Kammerbetten), weil durch die Stege die Stoffbahnen voneinander getrennt sind und sich mittels Füllung ein gleichmäßiges, wärmehaltenes Luftpolster aufbauen kann.
Kunde: Die Stege haben unterschiedliche Höhen. Warum?
Bettenfachmann: Ganz einfach, je höher der Steg, umso mehr Füllung passt in die Decke und umso wärmer hält sie.
Kunde: Auch die Anzahl der Karos ist unterschiedlich. Hat das einen Grund?
Bettenfachmann: Ja. Je mehr Karos, desto anschmiegsamer ist die Decke. Gebräuchlich sind bei uns Decken mit 3x4 und 4x6 Karos. Alles in allem kann man sagen: Kassettendecken sind genau richtig für Kunden mit etwa gleich bleibenden Schlafraumtemperaturen und hohen Ansprüchen.
 

Die Vierjahreszeiten-Decke

Kunde: Das sind die Duo-Decken, nicht wahr?
Bettenfachmann: Ja, so kann man das auch bezeichnen. Hierbei handelt es sich um zwei verschiedene Daunenbetten: eine leichte Variante für den Sommer, eine dickere Variante für die Überganszeiten und zusammengesetzt ein Winterbett. Grundsätzlich lassen sich alle gesteppten Daunen und Federbettarten miteinander kombinieren. Zum Fixieren kommen Knöpfe oder Klettbänder zum Einsatz. Die Nachrüstung bereits vorhandener Betten ist meist auch möglich.
 

Die Hüllen für die Füllung

Kunde: Sprechen wir jetzt vom Inlett?
Bettenfachmann: Ja, der Volksmund sagt generell Inlett. Der Fachmann unterscheidet nach Webarten und Qualitäten. Es gibt Inlett, Einschütte, Satin, Seide und Daunenbatist. Alle Gewebe sind natürlich daunendicht ausgerüstet.
Kunde: Und wo liegen die Unterschiede?
Bettenfachmann: Die besonders feinfädige Einschütte verwendet man für besonders edles Füllgut, also für Daunen oder fedrige Daunen. Batist, Satin und Seide sind die elegantesten Hüllen und kommen bei Pilsener Flaum oder Eiderdaunen zum Einsatz. Inlett ist am günstigsten und wird für Kopfkissen und einfache Ballonbetten sowie Karosteppbetten eingesetzt.
Kunde: Vielen Dank für das Gespräch.
 

Die Kopfkissentypen

Auf Dauerelastizität kommt es an!

Kunde: Bei Kopfkissen ist man oft unkritisch und kauft zu niedrigen Preisen. Ist das ein Fehler?
Bettenfachmann: Ja, das Kopfkissen ist einer der wichtigsten Bestandteile des Bettes. Es entscheidet nicht nur maßgeblich darüber, ob man gut schläft, sondern auch darüber, ob man gesund schläft oder mit Verspannungen in den neuen Tag starten muss.
Kunde: Welche Anforderungen müssen Kopfkissen dafür erfüllen?
Bettenfachmann: Sprechen wir zunächst einmal von der dauerhaften Elastizität. Da der Kopf verhältnismäßig schwer ist, wird das Kopfkissen einer besonderen Belastung ausgesetzt. Darum verwendet man für seine Füllung vorwiegend Federn und Halbdaunen, die kräftig sind und sich immer wieder aufrichten. Wer weicher schlafen will, kann auch Dreivierteldaunen wählen. Daunenfüllungen sind nicht zu empfehlen. Eine Alternative bilden Dreikammerkissen, bei denen sich zwischen zwei Daunenkammern eine Stützkammer mit Federfüllung befindet.
 

Stützkraft nach individuellen Bedürfnissen

Kunde: Diese Dauerelastizität gilt für alle Kissen. Aber außer dem Standard gibt es doch ganz spezielle Kissenformen?
Bettenfachmann: Richtig. Neben dem Klassiker gibt es Kissen mit besonderer Stützkraft, entwickelt nach orthopädischen Gesichtspunkten.
Kunde: Wie sehen die aus und was bewirken sie?
Bettenfachmann: Sie haben eine integrierte Stützrolle, die die Wirbelsäule und Muskulatur besonders gut entlastet.
Kunde: Wenn jemand dieses Nackenstützkissen benötigt, aber trotzdem das große, traditionelle Federkissen liebt, was macht er dann?
Bettenfachmann: Dann empfehle ich eine Kombination aus beiden, das Vario- oder Knickkissen. Es vereint die Funktion von Schlaf- und Stützkissen.
Kunde: Wie ist das möglich?
Bettenfachmann: Ganz einfach: Zwei Drittel des Kissens sind als klassisches Halb- oder Dreivierteldaunenkissen befüllt, ein Drittel ist ein festes, gestopftes Stützkissen, getrennt durch eine Doppelnaht.
Kunde: Welche Kopfkissengrößen sind üblich?
Bettenfachmann: Das klassische Kopfkissen gibt es außer in 80/80 cm auch in 40/80 cm für alle, die nicht so „viel Kissen“ wollen. Die Größen 40/40 cm und 40/60 cm werden meist als Kuschelkissen oder Kinderkopfkissen verwendet. Beim Nackenstützkissen ergibt sich aus seiner Funktion das Maß 40/80 cm und beim Variokissen regulär 80/80 cm.
 

Die Lebensdauer von Kopfkissen

Kunde: Wenn man an die Belastung denkt, dann muss man Kissen doch früher auswechseln als zudecken?
Bettenfachmann: Vollkommen richtig.
Kunde: Und wann?
Bettenfachmann: Ein Kopfkissen sollte je nach Schläfertyp und Beanspruchung alle 2 bis 4 Jahre gewaschen und das Inlett erneuert werden. Somit erreicht man eine sehr hohe Lebensdauer der Kopfkissen bei minimalem finanziellem Aufwand.
Ein Tipp zum Schluss: Das Kopfkissen über Tage nicht flach einbetten, sondern auf eine Ecke möglicht großflächig aufstellen, so wie man das aus guten Hotels kennt. Die Oberfläche des Kissens wird somit größer und führt die im Gebrauch aufgenommene Feuchtigkeit besser ab.
 

Lüften

Viele Menschen sind verunsichert, wie man richtig lüftet. Stockflecken, Schimmelbildung, klamme Betten und muffiger Geruch sind  Probleme in vielen Haushalten. Grundsätzlich sollte man besonders in der kalten Jahreszeit nicht dauerlüften, angekippte Fenster verschwenden nur Energie. Je kälter die Außentemperaturen sind, umso schneller ist die verbrauchte Raumluft bei vollständig geöffnetem Fenster ausgetauscht. Wenn man sich Klarheit verschaffen möchte, stelle man bei Windstille ein Teelicht auf das innere Fensterbrett. Solange die Flamme sich nach innen neigt, findet aktiver Luftaustausch statt. Sofern die Flamme annähernd senkrecht steht, ist der Luftaustausch beendet und das Fenster sollte geschlossen werden.Grundsätzlich sollte mehrmals am Tag kurz gelüftet werden. Insbesondere neue hochgedämmte Häuser oder Dachwohnungen mit Leichtbauwänden und Dampfsperren müssen gewissenhaft gelüftet werden, da die Feuchtigkeit, die durch Atmung und Wirtschaft entsteht, nur aktiv abgeführt werden kann.
 

Betten machen

Spricht es für einen ordentlichen Haushalt, wenn die Betten ordentlich gebaut und von einer Tagesdecke verdeckt sind? Ja, aber nur, wenn die Feuchtigkeit der letzten Nacht entwichen ist.

Als Faustregel gilt:
So viele Stunden wie das Bett genutzt wurde, sollte es bei normaler Zimmertemperatur ablüften. Dazu schlägt man die Bettdecke nach kurzem Aufschütteln zurück, gibt damit den mittleren Teil der Matratze frei. Wenn am Fußende ein Stuhl steht, über dessen Lehne die Bettdecke hängt, ist das durchaus hilfreich. Das Kissen sollte nach dem Aufschütteln großflächig auf eine der Ecken aufgestellt werden, bei schmalen Kissen auf eine der Längsseiten. Abschließend noch ein Hinweis zum Thema Schlafraumtemperatur: Die idealen Schlafraumtemperaturen liegen etwa zwischen 14 bis 18°C. Unter 12°C holt man sich bei 36°C Körpertemperatur den Taupunkt ins Bett. Die vom Körper über die Hautoberfläche abgeführte Feuchtigkeit kondensiert in der Matratze und dem Bettzeug aus und lässt sich nur mit erhöhtem Aufwand wieder ablüften.
 

Lebendrupf

Immer wieder wird in den Medien von Lebendrupf berichtet. Leider wird so etwas vereinzelt in Osteuropa trotz Verbotes praktiziert. Die auf diese Art erzeugte Ware ist von minderer Qualität, da die Federn nicht ausreifen können. Die Kiele haben spitze Enden und durchtreiben jede Art von Hüllen.

Wenn Bettwaren, insbesondere Kissen, auffällig billig bzw. nicht preiswert angeboten werden, handelt es sich meist um Lebendrupf-Füllungen, oft in Kombination mit Altfedern (Couchée). Um das Durchstechen zu verhindern, werden oft spezielle Doppeltuchhüllen verwendet, deren Innenseite aus Baumwolltüll oder Polyester besteht, worin sich der Großteil der Spitzen verfängt. Auch die Kombination mit Schaumflocken als Spitzenkiller wird angewendet (mit Bezeichnungen wie Aerostiks o.Ä.).

Man unterscheidet zwischen Rupfen und Raufen. Beim Raufen werden während der Mauser die lockeren Federn gegenläufig mit den Fingern ausgekämmt.

Die Ausbeute ist entsprechend gering, aber hochwertig, da nur ausgereifte Federn und Daunen entnommen werden. Dem Tier wird weder Schmerz noch Schaden zugefügt, auch ist nach sachgerechter Raufung kein Unterschied zum vorherigen Zustand zu sehen. Leider ist auch diese Art von Rohstoffgewinnung gleich mit verboten worden.